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Graz99ers Sommerinterview: Andy Delmore

Andy Delmore steht für Erfahrung: der 35-jährige Kanadier bringt die Routine aus 303 Spielen in der besten Eishockeyliga der Welt mit, gewann mit den Philadelphia Phantoms den Calder Cup und wurde 2006 zum besten Verteidiger der AHL gewählt. In der DEL wurde er zwei Mal ins Allstar-Team einberufen. Sein Debüt in der Erste Bank Eishockeyliga gab er in der vergangenen Saison im Dress von Medvescak Zagreb – für die kommende Saison wird er die Defensive der Moser Medical Graz99ers verstärken. Wir haben ihn zum Interview gebeten!

Hallo Andy! Danke, dass wir dir ein paar Fragen stellen dürfen. Wie geht es dir?
Gerne! Mir geht es gut soweit!

Wir hoffen, du hast die off-season bis jetzt genossen. Wo hältst du dich momentan auf?
Ich bin im Moment zuhause, in LaSalle, Ontario. Bisher habe ich die Zeit genutzt, um zu trainieren, aber das ist im Moment sehr anstrengend, weil es hier auch sehr heiß ist.

Welche Pläne hast du für den Rest des Sommers noch?
Der Sommer ist für uns ja schon fast vorbei, ich habe also nicht mehr viel vor. Die nächsten Wochen werde ich noch für Work-Outs nutzen und um ein wenig Eishockey zu spielen. Ende des Monats fliege ich dann nach Graz, darauf freue ich mich schon sehr. Davor werden wir noch den vierten Geburtstag meiner Tochter Eva feiern.

Wirst du deine Familie mitbringen?
Ja, meine Frau Heike und unsere Tochter kommen im September nach.

Du kannst auf 303 NHL-Partien zurückblicken. Wie hast du den Sprung in die beste Liga der Welt geschafft?
Es war harte Arbeit dorthin zu kommen. Ich wurde niemals gedraftet und musste mich durch mein Können empfehlen. Ich hatte sicher auch etwas Glück, dass mich irgendwo irgendjemand gut gefunden hat, weil es sehr schwer ist, ungedrafted in die NHL zu kommen.

In welcher NHL-Arena hast du am liebsten gespielt, und gibt es spezielle Gründe dafür?
Am liebsten habe ich in der Joe Louis Arena in Detroit gespielt, weil ich nur zehn Minuten entfernt gewohnt habe. Schon als Kind bin ich immer dorthin gegangen, um mir die Spiele anzusehen – daher war es auch toll, selbst dort zu spielen.

Was waren deine persönlichen Karrierehighlights bis jetzt?
Ein Karrierehöhepunkt war ohne Zweifel, in der NHL spielen zu können. Ungeachtet dessen, was man erreicht, ist es eine Ehre dort zu spielen und man kann stolz auf sich sein, wenn man es geschafft hat. Außerdem habe ich in der Saison 1997/98 mit den Philadelphia Phantoms den Calder Cup (Anm.: die Trophäe der AHL-Playoffs) gewonnen.

Wenn man sich deine Statistiken anschaut, sieht man, dass du für einen Verteidiger in der letzten Saisonen viele Tore geschossen hast. Würdest du dich selbst als offensiv orientiert beschreiben?
Es hat fünf bis sechs Jahre gedauert, um diese Entwicklung durchzumachen, aber heute sehe ich mich als Allrounder. Neben meinen Fähigkeiten als Verteidiger schrecke ich auch nicht davor zurück, offensiv zu spielen und Torchancen zu nutzen.

Du hast ja bereits 12 Spiele in der EBEL bestritten. Welche Eindrücke hast du bisher?
Ja, leider waren es nur 12 Spiele. Ich habe mir die Hand gebrochen und nach der Verletzungspause die Saison bei Ritten in Italien beendet. Die Fans in Zagreb waren immer sehr motiviert, das hat mir gefallen. Ich bin aber jetzt auch schon sehr gespannt auf Graz und freue mich auf die neue Erfahrung.

Welcher Typ Mensch bist du in der Kabine?
Ich sehe mich selbst schon als Anführer. Das hängt sicher auch mit meinem Alter zusammen, ich bin im Dezember 35 geworden. Meistens bin ich ruhig, ich kann aber auch laut werden, wenn es die Situation erfordert.

Kennst du bereits einige deiner neuen Teamkollegen von früher?
Mit Greg Day bin ich bereits seit langem befreundet. Wir kennen uns noch aus Kindertagen, weil Greg auch im Großraum Detroit aufgewachsen ist. Wir haben aber bis zur gemeinsamen Saison in Zagreb nie miteinander oder gegeneinander gespielt, weil er ein Jahr jünger ist als ich. Von meiner Zeit bei Abbotsford Heat kenne ich Olivier Latendresse. Außerdem kenne ich Bob Wren noch flüchtig.

Hast du dich bereits für eine Rückennummer entschieden?
Ja, ich werde wahrscheinlich mit der 51 spielen.

Vielen Dank für das nette Interview! Hast du noch eine abschließende Botschaft an die Fans der 99ers?
Ich freue mich schon die vielen neuen Menschen kennen zu lernen. Ich hoffe, dass wir dieses Jahr die play-offs erreichen, auch wenn es sicher einige gibt, die daran zweifeln. Wir alle spielen Eishockey, um als Gewinner vom Eis zu gehen und ich werde mein Bestes geben, um dem Team zu helfen.

Interview/Redaktion: Ingo Streith
Übersetzung: Simone Mühlbacher


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